Webdesign
Was eine Firmenwebsite 2026 kostet: die 7 Posten, die das Budget bestimmen
Warum drei Agenturen drei Preise für dieselbe Website nennen. Die echten Kostentreiber, die jährlichen Posten, die kaum ein Angebot nennt, und eine Checkliste.
Inhalt
- Warum der Preis nicht in Seiten gemessen wird
- Die 7 Posten, die das Budget bestimmen
- 1. Design: Theme oder individuell
- 2. Wer pflegt die Inhalte
- 3. Schnittstellen
- 4. Anzahl der Sprachen
- 5. Technisches SEO und Performance
- 6. Korrekturrunden
- 7. Betreuung nach dem Launch
- Der Posten, über den niemand spricht: die Jahreskosten
- Checkliste für den Angebotsvergleich
- Zeitplan: 3-6 Wochen, mit Bedingung
- Welches Budget also ansetzen
Fast jeder, der Angebote für eine Website einholt, erlebt dasselbe: drei Agenturen, drei Preise, und der Abstand dazwischen liegt manchmal beim Vier- bis Fünffachen. Dass für eine Aufgabe, die Sie identisch beschrieben haben, so unterschiedliche Zahlen herauskommen, bedeutet nicht, dass Agenturen willkürlich rechnen. Es bedeutet, dass die Angebote nicht dieselbe Aufgabe beschreiben.
Dieser Beitrag zerlegt die Kosten einer Firmenwebsite in ihre Posten. Ziel ist keine Preisliste — für diese Arbeit gibt es keine. Ziel ist, dass Sie zwei Angebote nebeneinanderlegen und erkennen können, welches tatsächlich teurer ist.
Warum der Preis nicht in Seiten gemessen wird
Die verbreitetste falsche Maßeinheit der Branche ist die Seitenzahl. „Was kostet eine Website mit 10 Seiten?" hat keine technische Antwort, denn Kosten entstehen nicht durch Seiten, sondern durch die Anzahl der Seitenvorlagen.
Ein Beispiel: Eine Website mit 40 Produktdetailseiten läuft über eine einzige Detailvorlage. Design und Umsetzung passieren einmal, die restlichen 39 Seiten sind Inhaltspflege. Eine Website mit 6 Seiten, bei der jede Seite eigenständig gestaltet ist, bedeutet 6 getrennte Vorlagen — und ist damit teurer als die erste.
Die richtige Frage lautet: wie viele unterschiedliche Seitenlayouts werden gestaltet und umgesetzt?
Die 7 Posten, die das Budget bestimmen
Die Tabelle zeigt, wie sich der Gesamtaufwand bei einer Unternehmenswebsite typischerweise verteilt. Die Prozentwerte verschieben sich je Projekt, die Größenordnung bleibt meist gleich.
| Posten | Anteil am Gesamtaufwand | Was ihn bewegt |
|---|---|---|
| Oberflächengestaltung (UI/UX) | 20-30 % | Individuelles Design oder Theme-Anpassung |
| Frontend-Umsetzung | 25-35 % | Zahl der Vorlagen, Animations- und Interaktionsdichte |
| Redaktionssystem / Inhaltsebene | 10-20 % | Wer pflegt Inhalte, wie viele Inhaltstypen |
| Schnittstellen | 5-25 % | Formulare, CRM, Zahlung, E-Rechnung, Buchung, ERP |
| Inhaltserstellung | 0-15 % | Liefern Sie Texte und Fotos oder die Agentur |
| Technisches SEO und Performance | 5-10 % | Angestrebte mobile Ladezeit, Umfang strukturierter Daten |
| Test und Inbetriebnahme | 5-10 % | Browser-/Gerätematrix, Barrierefreiheitsprüfung |
Sehen wir uns an, was in jedem dieser Posten das Budget wirklich bewegt.
1. Design: Theme oder individuell
Das ist der größte einzelne Grund, warum zwei Angebote auseinandergehen.
Theme-Anpassung heißt, ein Großteil des Design- und Frontend-Aufwands wurde im Voraus gekauft. Sie zahlen Einrichtung, Anpassung von Farben und Typografie sowie Inhaltspflege. Das ist schnell und planbar. Der Preis dafür: Hunderte Firmen nutzen dasselbe Theme, es bringt keine Unterscheidung, und den überflüssigen Code des Theme-Autors tragen Sie als mobiles Ladegewicht mit.
Individuelles Design heißt, die Oberfläche entsteht von null rund um Ihre Marke. Teuer ist dabei nicht das Zeichnen, sondern die pixelgenaue Umsetzung, die auf jeder Bildschirmgröße funktioniert.
Das Entscheidungskriterium ist einfach: ist die Website für Sie ein Schaufenster oder ein Vertriebskanal? Beim Schaufenster reicht ein gutes Theme mehr als aus; Mehrausgaben kommen hier nicht zurück. Wenn die Website Anfragen bringen soll, beginnt individuelles Design sich zu rechnen.
2. Wer pflegt die Inhalte
Wenn Sie die Website nicht einmal monatlich aktualisieren, gibt es keinen Grund, ein Redaktionssystem zu bezahlen. Eine statisch aufgebaute Website läuft schneller, ist sicherer und hat keinen Pflegeaufwand.
Haben Sie dagegen einen Bereich, der regelmäßig wächst — Neuigkeiten, Blog, Produkte, Referenzen — rechnet sich das System im ersten Jahr. Ohne es wird jede kleine Änderung ein Auftrag an die Agentur, und diese Aufträge stehen später auf der Rechnung.
3. Schnittstellen
Hier versteckt sich der heimtückischste Unterschied zwischen Angeboten. „Kontaktformular" steht in jedem Angebot; wohin das Formular tatsächlich läuft, in kaum einem.
- Verschickt das Formular nur eine E-Mail?
- Werden Einsendungen irgendwo gespeichert, wo Sie sie sehen?
- Landet es in einem CRM? In welchem?
- Gibt es eine Datenschutzinformation und eine dokumentierte Einwilligung, wie die DSGVO sie verlangt?
Buchung, Zahlungsanbindung, E-Rechnung, ERP oder Logistik sind jeweils eigene Entwicklungsposten. Jeder wird nach der Dokumentation der Gegenseite bewertet, danach ob eine Testumgebung bereitsteht und wie viele Fehlerfälle abgedeckt werden müssen. Ob eine Schnittstelle „einfach" oder „schwer" ist, hängt weit weniger von Ihrem Geschäft ab als von der API-Qualität der Gegenseite.
4. Anzahl der Sprachen
Eine zweite Sprache verdoppelt die Kosten nicht, ist aber auch nicht so günstig wie oft angenommen. Dazu kommen: Übersetzung, getrennte Inhaltsverwaltung pro Sprache, ein Sprachumschalter, hreflang-Tags und die Konfiguration, damit Suchmaschinen die richtige Sprache im richtigen Land zeigen.
Für Tourismus, Ferienimmobilien und exportierende Betriebe ist dieser Posten fast immer notwendig — und ihn nachträglich zu ergänzen kostet mehr, als ihn von Anfang an einzuplanen.
5. Technisches SEO und Performance
Hier ist eine Unterscheidung nötig. Technisches SEO ist ein Mindeststandard, der mit der Website ausgeliefert werden muss, keine Zusatzleistung:
- Ein eindeutiger
titleund eine Meta-Beschreibung auf jeder Seite - Canonical-Tags
- Strukturierte Daten (schema.org)
- Automatisch aktualisierte
sitemap.xmlundrobots.txt - Core-Web-Vitals-Ziele auf dem Handy — etwa LCP unter 2,5 Sekunden
- Sinnvolle HTML-Struktur und
alt-Texte bei Bildern
SEO-Beratung — Keyword-Recherche, Redaktionsplan, Linkaufbau — ist eine getrennte, laufende Leistung. Steht im Angebot „SEO inklusive", fragen Sie immer, welches der beiden gemeint ist; der Preisunterschied dazwischen ist sehr groß.
6. Korrekturrunden
Steht im Vertrag keine Zahl der Korrekturrunden, ist das Angebot unvollständig. Unbegrenzte Korrekturen sind ebenfalls unrealistisch; in der Praxis endet die Arbeit entweder nie oder die Agentur stoppt irgendwann von selbst.
Eine gesunde Struktur: 2-3 Runden in der Designphase, 1 Runde Korrekturen nach der Umsetzung. Neue Wünsche außerhalb des vereinbarten Umfangs werden getrennt bewertet. Das vorab schriftlich festzuhalten schützt beide Seiten.
7. Betreuung nach dem Launch
Das Projekt endet nicht am Tag der Veröffentlichung. Serverupdates, Sicherheitspatches, Backups, Verfügbarkeitsüberwachung und kleine Inhaltsänderungen laufen weiter.
Manche Agenturen legen das erste Jahr bei, manche rechnen es als Monatspaket, manche sprechen es nie an. Das Dritte ist am teuersten: ein Jahr später, wenn etwas ausfällt, kommt jeder Eingriff zum Stundensatz.
Der Posten, über den niemand spricht: die Jahreskosten
Die Aufbaukosten fallen einmal an, die Website lebt weiter. Die jährlichen Posten:
- Domainverlängerung — klein, jährlich, und derjenige, der bei Nachlässigkeit die Website kostet
- Hosting oder Server — abhängig von Traffic und Anwendungstyp
- Geschäfts-E-Mail — pro Nutzer, monatlich
- Lizenzierte Themes und Plugins — meist mit jährlicher Verlängerung
- Sicherheitsupdates — nicht optional, besonders bei WordPress-Installationen
Und eine Warnung: hinterfragen Sie jedes Angebot, das eine separate Jahresgebühr für ein SSL-Zertifikat verlangt. Kostenlose, automatisch erneuerte Zertifikate über Let's Encrypt sind seit Jahren Standard. Es gibt Fälle, in denen ein bezahltes Zertifikat sinnvoll ist, aber eine Unternehmenswebsite gehört nicht dazu.
Checkliste für den Angebotsvergleich
Suchen Sie in jedem Angebot eine schriftliche Antwort auf diese Punkte. Vergleichen Sie diese Liste, nicht den Preis:
- Wie viele Seitenvorlagen werden gestaltet und umgesetzt?
- Ist das Design individuell oder eine Theme-Anpassung? Welches Theme?
- Wer liefert Texte und Fotos?
- Gibt es ein Redaktionssystem? Welche Inhaltstypen können Sie selbst bearbeiten?
- Welche Schnittstellen sind enthalten? Wohin laufen Formulareingänge?
- Wie viele Korrekturrunden? Wie wird Arbeit außerhalb des Umfangs bewertet?
- Gibt es ein messbares Ziel für die mobile Performance?
- Ist technisches SEO Teil der Lieferung — strukturierte Daten, Sitemap, Canonical inklusive?
- Ist die Betreuung nach dem Launch enthalten, und für wie lange?
- Auf wessen Namen werden Domain, Hosting-Konto und Quellcode registriert?
Die Agentur selbst zu beurteilen braucht ein eigenes Kriterienraster; das behandeln wir in zwei weiteren Beiträgen: einen Entwicklungspartner auswählen und Nearshore-Partner prüfen: konkrete Kriterien.
Der letzte Punkt ist der wichtigste und wird am häufigsten übersprungen. Ist die Domain auf das Konto der Agentur registriert, können Sie Ihre Website nicht mitnehmen, wenn die Zusammenarbeit endet. Das ist selten böse Absicht — meist einfache Nachlässigkeit — das Ergebnis ist dasselbe. Verlangen Sie von Anfang an, dass Domain und Hosting-Konto auf Ihren Namen laufen.
Zeitplan: 3-6 Wochen, mit Bedingung
Ein typischer Ablauf bei einer Unternehmenswebsite:
| Phase | Dauer |
|---|---|
| Analyse und Inhaltsarchitektur | 3-5 Tage |
| Oberflächengestaltung + Korrekturen | 1-2 Wochen |
| Umsetzung und Systemeinrichtung | 1-2 Wochen |
| Schnittstellen und Tests | 3-5 Tage |
| Inhaltspflege und Inbetriebnahme | 2-4 Tage |
Was diesen Plan verlängert, ist fast nie die Entwicklungsseite. Der häufigste Verzögerungsgrund sind Inhalte, die nicht kommen. Unternehmenstexte, Teamfotos, eine Referenzliste, ein Logo in hoher Auflösung — ohne diese lässt sich das Design nicht finalisieren, und ein nicht finalisiertes Design lässt sich nicht umsetzen.
Die Inhalte vor Projektstart zu sammeln ist die wirksamste Beschleunigung, die Ihnen zur Verfügung steht.
Welches Budget also ansetzen
Die ehrliche Antwort: entscheiden Sie das rückwärts von der Erwartung, nicht vom Preis.
- Erwarten Sie von der Website nur einen Existenznachweis — ein Kunde findet Sie, sieht kurz nach, vertraut und ruft an — ist eine gut aufgebaute Theme-Website die richtige Wahl. Mehr auszugeben bringt hier nichts zurück.
- Erwarten Sie Anfragen, verschiebt sich das Gewicht der Ausgaben vom Design zu Inhalt und technischer Grundlage. In diesem Fall sind individuelles Design, messbare Performanceziele und regelmäßige Inhaltsproduktion keine Kosten, sondern die Marketinginvestition selbst.
- Ist die Website ein Betriebswerkzeug — sie nimmt Buchungen an, verarbeitet Aufträge, schreibt Daten in Ihr ERP — sprechen Sie nicht mehr über eine Website, sondern über ein Softwareprojekt. Und so sollte auch bewertet werden: über Abläufe und Schnittstellen, nicht über Seiten.
Die teuerste Website ist die, die zwei Jahre später neu gebaut werden muss. Die zweitteuerste ist die, die keinen einzigen Besucher bringt.
Wenn Sie nicht sicher sind, in welche Kategorie Ihr Projekt fällt, gehen wir die Posten gern gemeinsam durch. AsteroSoft sitzt in Muğla in der Türkei und liefert Unternehmenswebsites, E-Commerce, Apps und Prozessautomatisierung für Kunden im deutschsprachigen Raum — Leistungen ansehen.